jährlichen Marienandacht zum Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel der Pfarrcongregationen Alteglofsheim und Köfering
MMC Alteglofsheim erinnert an marianische Tradition
Dass im Pfarrarchiv mehr Schätze als nur historische Dokumente lagern, hat der Obmann der Marianischen Männercongregationen Alteglofsheim und Köfering bei der jährlichen Marienandacht zum Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel den Besuchern gezeigt.
Trotz großer Hitze waren mehr als 60 Besucher zur Wieskapelle gekommen um mit Pfarrer BGR Pater Joseph Putthussery die Andacht zu feiern. Zur Begrüssung erinnerte der MMC Obmann Richard Heindl an die Gründung einer marianischen Jugendorganisation vor 110 Jahren. Im Mai 1916, also mitten im ersten Weltkrieg hatte der damalige Ortspfarrer und Kammerer Michael Müllner die Marianische Jungfrauen-Congregation feierlich und mit viel Aufwand gegründet. Die hochwertige und im Originalzustand erhaltene Fahne aus wertvollem Stoff, mit aufwendig gesticktem Bildmotiv, eingerahmt mit Jugendstil Blumenmotiven sahen die Andachtsbesucher vor der Wieskapelle aufgestellt. Die länger vorbereitete Gründung erfolgte nur wenige Wochen nachdem durch Papst Benedikt XV. die Gottesmutter Maria zur Patrona Bavariae ernannt worden war und erst ein Jahr später ereigneten sich die Marienerscheinungen von Fatima.
In Alteglofsheim ist die Marienverehrung schon lange in vielfacher Weise organisiert nachweisbar. Da ist zum Einen die Marianische Männercongregation. Bereits 1730 war der Präses der Regensburger Kongregation, der Jesuitenpater Martin Neubauer in der Pfarrei und hat 24 Mitglieder geworben. Dies gilt als Beginn der MMC Alteglofsheim. Mit dem Marianischen Seelen-Messbund und mit der Herz Marien Bruderschaft im 19. Jhdt. waren weitere Marianische Vereinigungen in der Pfarrei. Nicht zu vergessen die Rosenkranzbruderschaft, die von der Herrschaft des Schlosses bereits 1690 gegründet wurde.
In die Jungfrauen-Congregation wurden Mädchen ab 16 Jahren aufgenommen. Nach der Heirat blieb eine Sodalin als Ehrenmitglied dabei. Doch was ist nun aus der Congregation geworden? Im Einzelnen ist das noch nicht erforscht. Manches ist auch stillschweigend passiert, sodass schwer Archivalien zu finden sind. Klar ist jedoch, dass in den 1930er Jahren alle kirchlichen Vereinigungen unter massiven Druck des Nazi-Regimes geraten sind. Sie waren eine Konkurrenz, in diesem Fall zum BDM, also Bund Deutscher Mädchen, die mehr und mehr verdrängt wurde. Für die Männercongregation ist die Kirche dieser Entwicklung mutig entgegengetreten. Es wurden reihenweise die Pfarr-Congregationen in der heutigen Gestalt gegründet oder vorhandene Congregationen in der neuen Form bestätigt, so auch Alteglofsheim 1935 und Köfering bereits ein Jahr zuvor, 1934. Auch eine Form des Widerstandes, findet der Obmann.
Besonders auf die Jugend aber zielte das NS-Regime. Ziel war eine Staatsjugend. Nach dem zweiten Weltkrieg musste alles neu aufgestellt werden. In der Pfarrei Alteglofsheim entwickelte sich die Katholische Landjugend mit einer Mädchengruppe und einer Burschengruppe. Die männliche Jugend war parallel ohne Unterbrechung in der MMC verblieben.
Bericht: Richard Heindl
Foto: Irmgard Heindl


