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Bezirk II: Die MMC Pfarrcongregation Steinberg am See feierte ihr “90-jähriges Gründungsjubiläum”

Ihr 90. Jubiläum feierte die Marianische Männercongregation (MMC) Steinberg am See mit einem Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Martin sowie einem Konvent mit Jubilarehrungen im Pfarrheim.

Pfarrer Werner Sulzer dankte nach dem Einzug der Bannerträger beim Gottesdienst den Sodalen für ihre Treue zur MMC und ihr Bekenntnis zu einem Leben aus dem Glauben sowie einem Leben mit und in der Kirche. „Marianisch“ bedeute vor allem auch, dass sich die Mitglieder unter den besonderen Schutz von Maria stellten.

Obmann Josef Probst begrüßte beim Konvent nach dem Gottesdienst wahrscheinlich zum letzten Mal im alten Pfarrheim Vertretungen aus Fischbach, Maxhütte-Haidhof und Kirchberg sowie den örtlichen Frauenbund.
Bezirksobmann Markus Fohringer lobte die Steinberger MMC, die mit über 50 Sodalen die mitgliederstärkste im Bezirk II (Naab/Regen) sei. Er dankte für das Engagement auf vielen Ebenen, das die Gewähr dafür sei, „auch noch das hundertjährige Bestehen feiern zu können.
3. Bürgermeister Fabian Kraus (CSU) freute sich über das „Einbringen der MMC in unsere Dorfgemeinschaft“ und bezeichnete diese als wertvolle Mitarbeiter nicht nur der kirchlichen Gemeinde.
Obmann Josef Probst, der dieses Amt seit 2018 ausübt, verwies bei seinem Rückblick auf neun Jahrzehnte, dass „es leider wenig Quellen aus der Gründerzeit“ gibt. Dass es Mitte der 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts viele Gründungen der Marianischen Männerkongregationen gab, hatte auch seine Ursache im 1933 mit dem Vatikan geschlossenen Konkordat, womit das Dritte Reich innenpolitische Ruhe und internationale Anerkennung gewinnen wollte, so Probst in seiner Rückschau.

In Steinberg gab es wohl schon vor der offiziellen Gründung „eine Art Vorläufer“, den Katholischen Männerverein. Probst erinnerte an die verschiedenen Präses in dieser langen
„MMC-Geschichte“, wobei Pfarrer Michael Gschwendtner 30 Jahre lang dieses Amt ausübte. 1978 wurde das jetzige Marienbanner beschafft, das Obmann Gerhard Senft seinerzeit als „Symbol der Zusammengehörigkeit“ bezeichnete.
Auch die Liste der Obmänner mit Alfons Beck, Franz Dietheuer, Michael Gschwendtner, Josef Kiener, Andreas Ulrich, Stefan Pokakryell und Werner Sulzer sowie der Obmänner Xaver Zizler, Johann Vetter, Josef Grabinger, Heiner Dittrich, Gerhard Senft und Franz Pimmer ließ Probst Revue passieren.
Als Bannerträger sind vor Herbert Seidl Josef Zitzler, Franz Kiendl, Josef Gratzl, Herbert Prasch und Anton Schöberl überliefert. Der Höhepunkt der sehr abwechslungsreichen Vereinsgeschichte mit Höhen und Tiefen war die Teilnahme am Besuch von Papst Benedikt in Regensburg

Jakob Scharf ging zum Auftakt seines Bilderrückblicks auch als Orts-und Kreisheimatpfleger etwas näher auf die Gründerzeit ein, als die Nationalsozialisten 1936 den Gründern Sicherheit und Entscheidungsfreiheit vorgegaukelt hätten. „Aber bald zeigten die Nazis ihr wahres Gesicht, und die Gestapo bespitzelte Gründungspräses Benefiziat Alfons Beck“, so der Referent.Aber auch auf örtlicher Ebene müsse man aus der Geschichte lernen, dass rechtsradikales und rassistisches Gedankengut niemals mit den Grundsätzen der christlichen Lehre vereinbar sei, so Scharf weiter. Deswegen sei er persönlich auch Bischof Voderholzer und Dekan Michael Hirmer dankbar für ihre klare Haltung beim Kirchenjubiläum von St. Vitus in Burglengenfeld.

.Am Ende der Veranstaltung wurden noch Josef Probst, Michael Diermeier, Franz Kiendl und Jakob Scharf für 40 Jahre Treue zur MMC geehrt.

Autor: Jakob Scharf
Fotos: Werner Bruckner, Erika Oberndorfer