Sonnengesang des Hl. Franziskus

800 Jahre Franz von Assisi

Der Todestag des Heiligen Franziskus jährt sich im Oktober zum 800. Mal, und der Mann aus Assisi ist noch immer hochaktuell. Sein Leben entfaltete eine Wirksamkeit, die in seinem Orden weiterlebt. Darüber hinaus begeistert Franziskus unzählige Menschen, denen seine zentralen Anliegen ans Herz gewachsen sind: Bewahrung der Schöpfung, Frieden und soziale Gerechtigkeit.

Franziskus gilt als der große Friedensheilige, sein Sonnengesang als Hymne einer engen Verbundenheit mit der Natur. Zudem vermag sein eng am Evangelium ausgerichtetes Leben auch jene zu inspirieren, die Antwort suchen auf die großen Fragen des Daseins: Wie finde ich meinen Weg? Was bedeuten Krisen im Leben? Was tun, wenn das Leben oberflächlich und hohl erscheint? Was ist der Sinn? 

Der ,Sonnengesang’ wird auch das ,Lied der Geschöpfe’ genannt. Diesen 7-fachen Lobpreis Gottes hat Franziskus, durch vielfache Leiden gequält, aus der inneren Gewissheit heraus angestimmt, dass es der gute Schöpfergott im Leben und Sterben gut mit den Menschen und der Welt meint, dass die lebenspendende Gnade Gottes in allem ist und für ewig währt. So hat er seine Brüder bei seinem Sterben gebeten diesen großen Lobgesang auf Gott zu singen. Der Legende nach sind dann beim Tod des Hl. Franziskus zu einer ungewöhnlichen Tageszeit Lerchen tirilierend zum Himmel aufgeflogen.

In dieser Franziskus-Kapelle singen die vom Künstler Hans-Günther Pietschmann so farbenfroh gestalteten, lichtdurchfluteten Glasfenster diesen seelenfrohen Lobpreis Gottes.

Vorbemerkung: Die Kapelle zum Sonnengesang steht in Mühlhof / Lkr. Tirschenreuth in der Nähe von Wiesau und wurde im Jahre 2013 von der Familie Gabi und Michael Eichenseher erbaut. Die meisten Impulse und Zeichnungen stammen aus Broschüren von Frau Prof. Dr. Maria-Anna Bäuml-Roßnagl, der Schwester von Frau Gabi Eichenseher.

Die MMC Regensburg wird im Laufe des Jahres 2026 eine Fahrt zu dieser Kapelle organisieren und dort eine Andacht abhalten.

Diese Impulse können auch als Rosenkranzmeditation (ohne einleitende Tugenden) gebetet werden. Da statt der üblichen fünf Gesätze hier neun Abschnitte vorliegen, können bei Bedarf die Anzahl der Ave Maria entsprechend gekürzt werden (z.B. nur nr 5 x, da auch weitere Textteile dazu kommen).

Der Sonnengesang des HI. Franz von Assisi entstand 1225 im letzten Jahr seines Lebens. Franz ist erschöpft von seinem Werk, durch vielfache Leiden gequält und fast erblindet. Zur äußeren Not kommt noch die innere Qual, die Erfahrung von Verlassenheit und Verlorensein. Für Franz öffnet sich in dieser Zeit eine innere Gewissheit der Verheißung des ewigen Lebens. Bis zum äußersten hat er durchlebt und durchlitten, was Menschsein bedeutet. Im Äußersten findet er nun klar „wie Schwester Quelle” das Innerste seines Lebens. Diese innere Freude klingt durch, wenn Franz sich in eins mit der Schöpfung weiß und zum großen Lob Gottes anhebt:

Die Abschnitte der ff. Liste sind über sog. Sprungmarken (einfach Zeile anklicken) erreichbar.

In der Nummer 466 im Gotteslob ist das Lied „Herr, dich loben die Geschöpfe“ eine sehr bekannte Vertonung des Sonnengesangs des heiligen Franziskus. Der Text des Liedes besteht aus fünf Strophen, die jeweils mit dem gleichen Refrain enden.

Die fünf Strophen beinhalten:

  • Strophe 1: Lob durch Raum, Zeit und die Schwester Sonne (Abbild des göttlichen Lichts).
  • Strophe 2: Lob durch Gestirne, Bruder Mond und Bruder Wind.
  • Strophe 3: Lob durch Schwester Wasser (Regen/Quell) und Bruder Feuer.
  • Strophe 4: Lob durch Mutter Erde mit ihren Früchten und Blumen.
  • Strophe 5: Lob durch den Übergang durch Bruder Tod und die Hoffnung auf Auferstehung. [1, 2]

Jede Strophe endet mit dem Refrain: „Alle Schöpfung lobt den Herrn.

Bei jedem Lobpreis ist am Schluss der Test der jeweiligen Strophe abgedruckt. Die Melodie ist als sog. Mitsinglied ebenfalls dabei.

Gott gebührt die Ehre

Höchster, allmächtiger, guter Herr,
dein sind das Lob, die Herrlichkeit und Ehre und jeglicher Segen.
Dir allein, Höchster, gebühren sie,
und kein Mensch ist würdig, dich zu nennen.

Ave Maria … Jesus, der für uns Mensch geworden ist

Gebet – Psalm 36, 6-10

6 HERR, deine Liebe reicht, so weit der Himmel ist, deine Treue bis zu den Wolken. 
7 Deine Gerechtigkeit steht wie die Berge Gottes, / deine Urteile sind tief wie die Urflut.
Du rettest Menschen und Tiere, HERR. 
8 Wie köstlich ist deine Liebe, Gott! Menschen bergen sich im Schatten deiner Flügel. 
9 Sie laben sich am Reichtum deines Hauses; du tränkst sie mit dem Strom deiner Wonnen. 
10 Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, in deinem Licht schauen wir das Licht.

Danke, Herr,
dass du bist immer und ewiglich.
Danke, Herr,
dass du für uns bist
“barmherzig, gnädig, geduldig und von großer Güte und Treue”.
Danke, Herr
,
dass du mit uns bist alle Tage und Nächte,
du, der mit uns geht.
Danke, Herr,
dass du vor uns bist,

und über uns
und unter uns,
Danke, Herr!

Danke, Herr,
denn du bist
ja doch unter uns

und wir heissen
nach deinem Namen.
Danke,
Herr!

Lobpreis 1 – Schwester Sonne

Gelobt seist du, mein Herr,
mit allen deinen Geschöpfen,
zumal dem Herrn Bruder Sonne,
welcher der Tag ist und durch den du uns leuchtest.
Und schön ist er und strahlend mit großem Glanz:
Von dir, Höchster, ein Sinnbild.

Ave Maria … Jesus, der zu uns sagt: Ich bin das Licht der Welt

Gebet – Jesus Sirach 43, 2-5

2 Die Sonne verkündet durch ihr Erscheinen beim Aufgang, / ein wunderbares Geschöpf, ein Werk des Höchsten! 
3 Zur Mittagszeit trocknet sie den Boden aus, / wer wird bestehen vor ihrer Glut? 
4 Wer in einen Ofen bläst bei Arbeiten mit Glut – / dreimal so stark versengt die Sonne Berge; sie atmet Feuerdämpfe aus /
und blendet mit gleißenden Strahlen die Augen. 
5 Groß ist der Herr, der sie gemacht hat, / mit seinen Worten beschleunigt er ihren Lauf.

Gott sei gelobt
Sonne
Sinnbild Gottes
Licht des Lebens
,Ich bin das Licht der Welt’
‘Ihr seid das Licht der Welt’
Auferstehung Jesu am lichtvollen Ostermorgen: LUMEN CHRISTI-
dynamische Lichtfülle in der künstlerischen Fenstergestaltung
als Symbol der Lebensfülle für Leib und Seele

die sonnenseiten
des leben
dankbar annehmen

in das Leben
der anderen
menschen
licht bringen

  1. Strophe des Liedes „Herr, dich loben die Geschöpfe“ (GL 466) mit der Melodie als sog. Mitsinglied.

1) Herr, dich loben die Geschöpfe, dich, Gott, loben Raum und Zeit.
Sie, die edle Schwester Sonne lobt mit ihrer Herrlichkeit,
diesem Abbild deines Lichts, alle Schöpfung lobt den Herrn!
Refrain: „Alle Schöpfung lobt den Herrn.

Lobpreis 2 – …