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Einkehrtag der MMC Regensburg in Wiesau

Zum adventlichen Einkehrtag unter dem Motto „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“ trafen sich am 3. Adventswochenende Sodalen der MMC Regensburg in Wiesau. Zentralpräses Msgr. Thomas Schmid leitete den Einkehrtag und stimmte die Zuhörer auf Weihnachten ein.

Der Tag begann mit einer Grußwort von Ortspfarrer Markus Nees, der die Teilnehmer willkommen
hieß. Zentralpräses Schmid erläuterte das Thema „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“ als
Grundlage für die geistliche Vertiefung des Tages. Das gleichnamige Lied steht als Symbol für die
Erwartung und die Öffnung des Herzens für das Kommen Gottes. Der Einkehrtag sollte dazu einladen,
darüber nachzudenken, wie wir uns innerlich für Gott öffnen können und welche Türen und Tore wir in
unserem Leben – sowohl symbolisch als auch ganz praktisch – öffnen müssen.

Msgr. Thomas Schmid erklärte auch einzelne Wörter des Liedtextes: Sanftmütigkeit steht für Mut in
die Sanftheit Gottes, Barmherzigkeit steht für Mütterlichkeit, Glückseligkeit für Frieden in mir selbst
und der Abschnitt „O wohl dem Land, o wohl der Stadt, so diesen König bei sich hat“ bedeutet, dass
das Wirken des Heilands alle Lebensbereiche erfasse und nicht nur kirchliche.

Der Text aus der vierten Strophe „eu’r Herz zum Tempel zubereit’“ will uns sagen, dass es Zeit ist,
einen großen Empfang vorzubereiten. Es braucht aber keinen roten Teppich, keine Lorbeersträucher,
wie für einen Staatsempfang. Es reicht, das Herz aufzumachen.

Im weiteren Verlauf des Tages wurde auch der Engels des Herrn, der Maria die Geburt Jesu
ankündigte, beleuchtet. Der Engel steht symbolisch für die göttliche Einladung, die in unser Leben tritt
und uns dazu auffordert, die Türen des Herzens nicht zu verschließen, sondern sich dem Anruf Gottes,
dem Wort Gottes zu öffnen.

Als drittes Lied nahm Msgr. Thomas Schmid „Maria durch ein Dornwald ging“ als Bild für die
Vorbereitung auf Weihnachten. Der Dornwald ist ein Bild für die Dornen, die über unsere Lebenswege
wuchern. Wir sind aufgerufen, in diesem Dornwald Jesus und Maria nicht zu vergessen und das Kyrie
eleison zu rufen – guter König, erbarme dich. Maria trägt ihr Kind Jesus – d.h. Gott rettet – durch den
Dornwald. Jesus ist der Retter, der Fürst des Friedens in dieser friedlosen Welt und er ist Gott
Immanuel – Gott ist mit uns.

In den Betrachtungen des Tages waren auch zwei biblische Persönlichkeiten, die den Advent und die
Erwartung des Heilands widerspiegeln, einbezogen: Simeon und Hanna.

Simeon war gerecht. Diese Eigenschaft war zu seinen Lebzeiten eine der höchsten Auszeichnungen.
Simeon hat immer an Gott geglaubt und immer mit Gott gerechnet. Die Prophetin Hanna – übersetzt:
Gott ist gnädig – war 84 Jahre alt und Witwe ohne Familie, d.h. ohne jeglichen Versorgungsstand. Sie
hat 60 Jahre im Tempel gedient, ohne Karriere, ohne Selbstverwirklichungstrieb und ohne
Aktionismus. Die Geschichte der beiden soll uns ermutigen, im Advent nicht nur auf die „großen
Momente“ zu warten, sondern auch in den alltäglichen, unscheinbaren Zeiten auf Gott zu vertrauen
und die Türen unseres Lebens für seine Gegenwart zu öffnen.

Der Einkehrtag bot Gelegenheit zur Besinnung, zur persönlichen Reflexion und zur vertieften
Auseinandersetzung mit dem eigenen Glauben. Besonders die Symbole von Tür und Tor, der Dornwald
mit Maria, der Engel des Herrn und die geduldigen Erwartungen von Simeon und Hanna regten dazu
an, die Adventszeit als Zeit der Öffnung und des Wartens auf das Kommen des Erlösers zu gestalten.

Der Einkehrtag mündete in den Festgottesdienst zum Hauptfest Nord – siehe eigener Bericht.

Autor und Foto. Helmut Konrad