W e i h n a c h t s r u n d b r i e f  2 0 1 1
 



Geburt Christi mit Anbetung der Hirten
und Ankunft der Heiligen Drei Könige

Deckenfresko, Kirche Mals

 

Liebe Sodalen, liebe Familie


Mit Maria zur Christusbegegnung

In manchen Pfarrgemeinden gibt es ihn noch, den Brauch des Frauentragens. Er lädt ein, sich mit Maria auf den Weg zu machen. Das Ziel des Weges ist die Hl. Nacht, in der uns der Gottessohn als Kind, in einer Krippe liegend, begegnet.

Mit Maria durch den „Dornwald

Die Antriebskraft auf dem Weg ist die Sehnsucht nach einem erfüllten Leben, nach Licht in der Finsternis, nach Wärme im eiskalten Gegenwind. Diese Sehnsucht zieht durch jedes niedere Gestrüpp des Lebens hindurch. Sie überwindet Ausweglosigkeit und Zweifel, Müdigkeit und Resignation. Sie treibt durch alle Dornen des Zweifeins und Fragens hindurch, sie lockt in die Freude des Vertrauens, der Vergebung und der liebevollen Verbundenheit. Die Sehnsucht bewirkt, dass man nicht vergisst, was man vermisst. Sie erinnert an den, der der Weg, die Wahrheit und das Leben, der das Licht, die Wärme und die Liebe ist.

Mit Maria auf Herbergssuche

Maria wird uns zur Antwort auf unsere Sehnsucht. Sie wird zur Hoffnungsträgerin, sie trägt den in sich, der unsere Hoffnung sein will, der sich uns durch sie als das Leben selbst schenken will. Maria sucht Herberge für Jesus, einen Platz, an dem er sich ganz hingeben darf in Liebe, sie sucht nach unseren sehnsüchtigen Herzen.


Mit Maria in die „Entweltlichung“

Dass sie diese inmitten unserer alltäglichen Welt noch erreichen kann, ist schwer geworden. Um offen zu sein für das Angebot des wahren Lebens sollten wir immer wieder einmal die Wege dieser Welt verlassen, uns dem irdischen Schau- und Geschäftigkeits¬welten entziehen, Abstand nehmen, hinaustreten aus den vorgegebenen Gleisen, hinein in die Zurückgezogenheit und Stille, um das Leben in seiner ursprünglichen Form zu erkennen und zu erspüren, zu begreifen und zu verstehen.
Die Laute Welt schreit nach Stille, die Flut der Worte ruft nach Schweigen, undurchschaubare Zukunfts-Visionen verbergen das klare Bild vom Leben ohne Ende, erdrückender Leistungszwang sucht die Freiheit, so sein zu dürfen, wie man von Gott her gedacht ist. — Maria sucht Herberge für Jesus und findet diese in der schlichten Abgeschiedenheit des Stalles von Betlehem. Maria lädt ein in die „Entweltlichung“ und lässt uns dort entdecken: „Wo Gott ist, da ist Zukunft!“


Mit Maria den Herrn anbeten

Christus, der Heiland, stieg zu uns hernieder. Bei ihm finden wir die Wahrheit und das Leben! Kommt lasset uns anbeten den König, den Herrn!

        Ich wünsche Euch,
liebe Sodalen, und Euren Familien,
sowie all unseren Freunden und Wegbegleitern
ein gesegnetes Weihnachtsfest,
und auf all Euren Wegen durch die Zeit
gebe euch das Schauen auf Maria
ein klares Ziel,
Standhaftigkeit im Glauben
und Entschlossenheit in euren Schritten,
dass ihr Christus findet
und mit innerer Ruhe leben dürft,
in der Gewissheit: Wo Gott ist, da ist Zukunft!

Msgr. Thomas Schmid
Zentralpräses

 

 

Weihnachten der Tiere

Wie klug sind Tiere? Diese pauschale Frage zu beantworten scheitert schon an der Vielfalt der Arten, die es auf der Erde gibt. Lässt sich die Intelligenz von Schimpansen überhaupt mit der von Raben oder Ameisen vergleichen? Ist der Mensch tatsächlich die intelligenteste Art auf der Erde? Wenn es um Intelligenz bei Tier und Mensch geht, gibt es mehr Fragen als Antworten. Sicher ist, dass viele Tiere die meiste Zeit unterschätzt wurden. Dies verdeutlicht auch meine diesjährige Weihnachtsgeschichte:

Die Tiere diskutierten einmal über Weihnachten. Sie stritten was wohl die Hauptsache an Weihnachten sei. “Na klar, Gänsebraten“, sagte der Fuchs, “was wäre Weihnachten ohne Gänsebraten!“ “Schnee“,sagte der Eisbär, “viel Schnee!“ Und er schwärmte verzückt: “Weiße Weihnachten!“ Das Reh sagte: “Ich brauche aber einen Tannenbaum, sonst kann ich nicht Weihnachten feiern.“ “Aber nicht so viele Kerzen“, sagte die Eule, “schön schummrig und gemütlich muss es sein, Stimmung ist die Hauptsache.“ “Aber mein neues Kleid muss man sehen“, sagte der Pfau, “wenn ich kein neues Kleid kriege, ist für mich kein Weihnachten.“ “Und Schmuck!“ krächzte die Elster, “jedes Weihnachtsfest kriege ich was: Einen Ring, ein Armband, eine Brosche oder eine Kette, das ist für mich das Allerschönste an Weihnachten.“ “Na aber bitte den Stollen nicht vergessen,“ brummte der Bär, “das ist doch die Hauptsache, wenn es den nicht gibt und all die süßen Sachen, verzichte ich auf Weihnachten.“ “Mach‘s wie ich,“ sagte der Dachs, “pennen, pennen, das ist das Wahre. Weihnachten heißt für mich mal richtig pennen!“

“Und saufen,“ ergänzte der Ochse, “mal richtig einen saufen und pennen“ - aber dann schrie er “Aua“, denn der Esel hatte ihm einen gewaltigen Tritt versetzt: “Du Ochse, denkst du denn nicht an das Kind?“

Da senkte der Ochse beschämt den Kopf und sagte: “Das Kind, ja das Kind ist doch die Hauptsache.“ - „ Übrigens“ fragte er dann den Esel: “Wissen das die Menschen eigentlich?“

(Autor ist unbekannt)

 

Liebe Jugendliche, liebe Männer,

führen uns diese Tiere nicht unser Spiegelbild vor Augen?
Darum: Rücken wir das Wesentliche wieder in den Fokus.
Denken wir an das Kind, geboren im Stall von Bethlehem
und verinnerlichen wir den Ruf der Engel:
„Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen auf Erden.“

Ein herzliches Vergelt‘s Gott für den Eifer in der MMC.
Gesegnete Weihnachten und einen gesunden Start ins neue Jahr 2012.

Weihnachten 2011, Karlheinz Renner, Präfekt